Unser Körper ist unser Garten – unser Wille ist unser Gärtner.
William Shakespeare – englischer Dichter (1564-1616)
Ursprung
1873 wurde das erste Mal der Begriff „Cellulite“ im französischen Wörterbuch der Medizin „Littrè & Robin“ mit der Bedeutung „Entzündung des Zellgewebes oder der oberen Hautschichten“ aufgeführt. Aber erst mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts gewann die Cellulite zunehmend an Bekanntheit, rückte zunehmend in den Fokus der Schönheitsindustrie und erste Abhilfen und Gegenmaßnahmen wurden erfunden.
Begünstigt durch die wissenschaftlichen Fortschritte in jener Zeit wandelte sich auch das Verständnis von Schönheit. War es zunächst ein „göttliches“ Privileg von einer Natur gegebenen Schönheit zu sein, so konnte man diese zunehmend auch durch Selbstdisziplin und Einsatz erzielen.
Formen
Eine klassische Massageform verbirgt sich nicht hinter dem Begriff einer Anti-Cellulite-Massage. Viel mehr ist es ein Sammelbegriff für verschiedene Massagen, die die Cellulite in den Vordergrund stellen – Aktivierung des Bindegewebes und Erhaltung der Hautelastizität:
- Bindegewebsmassage
- (Präventive) Lymphdrainage
- Tuina Massage
- Vakuum- und/oder Schröpfmassage
- Bürstenmassage
Wirkungsweise
Zwischen 80 und 90% aller Frauen haben in ihrem Lebensverlauf in irgendeiner Art und Weise eine Ausprägung von Cellulite: Die Haut wellt sich und es kommt zur Bildung von Klümpchen, Grübchen und Dellen. Der weibliche Körper legt tendenziell besonders in den Oberschenkeln, dem Gesäß, dem Bauch und in den Oberarmen Energiereserven als Fettdepots an. Kommt es zur umgangssprachlichen Orangenhaut, dann durchdringen diese Fettdepots das Bindegewebe nach außen hin.
Mit der Anwendung von besonderen Massagetechniken des Rollens, Kneifens und kreisenden Handbewegungen ist es das Ziel bei einer Anti-Cellulite-Massage ist es, Cellulite-Zellen gezielt anzugehen. Durch das Einwirken auf die betroffenen Regionen soll die Durchblutung gefördert, die Fettverbrennung gesteigert und das Lymphsystem aktiviert werden, Gifte und Abfallprodukte abzutransportieren. Aufstauungen werden vermieden bzw. gelöst, die Haut wird gestrafft und widerstandsfähiger sowie ein Heilungsprozess beschleunigt.
Ablauf
Da die Massage auch vom Massierten abhängt, gibt es kein einheitliches Vorgehen.
Der Körper wird zunächst eingeölt, um das Gleiten der massierenden Hände zu erleichtern. Die einzelnen Technikanwendungen beginnen von der entlegensten Stelle und arbeiten sich mit langsamen, kreisenden, knetenden und ziehenden Bewegungen auf das Herz hin zu.
Durchaus können Hilfsmittel, wie Schaber, Büsten oder Roller aus Holz hinzugenommen werden.
Abschließend werden das Bindegewebe und die Haut durch sanfte und langsame Bewegungen wieder beruhigt.
Im direkten Nachgang an die Massage haben Sie noch etwas Zeit, um nach zu ruhen.
Termine & Anwendungsdauer
Eine Anwendung im Rahmen der Lymphdrainage-Massage kann als Einzelanwendung und auch mit Folgetermin(en) wahrgenommen werden.
Eine Erholungsdauer nach einer Anwendung bedarf es nicht.
Für einen Termin sollten rund 75 Minuten eingeplant werden.
Eine entsprechende Reservierung kann eigenständig über unseren Termin-Kalender vorgenommen werden.
(Dienstleistung wählen: Medical Wellness —> Anti-Cellulite)
Häufig gestellte Fragen
"Verschwindet die Cellulite durch die Massage komplett?"
Antwort aus der Praxis: Nein, eine komplette Heilung gibt es nicht. Die Massage ist ein Management-Tool, um das Erscheinungsbild deutlich zu glätten und die Hautstruktur zu festigen. Ohne Erhaltungstraining und gesunde Ernährung kehrt der Ursprungszustand meist zurück.
Wissenschaftliche Erklärung: Cellulite ist keine Krankheit, sondern eine geschlechtsspezifische Struktur des weiblichen Bindegewebes (parallele statt vernetzte Kollagenfasern). Die Massage kann die genetisch bedingte Struktur der Septen (Bindegewebsstränge) nicht verändern, aber das umliegende Gewebe durch Entstauung flacher wirken lassen.
"Warum sieht meine Haut direkt nach der Massage praller aus?"
Antwort aus der Praxis: Das Gewebe wird stark durchblutet und angestaute Flüssigkeit wird abtransportiert. Das sorgt für einen sofortigen „Glow“ und eine kurzfristige Straffung.
Wissenschaftliche Erklärung: Durch mechanische Reize kommt es zur Hyperämie (verstärkte Durchblutung). Die Gefäße weiten sich, der Stoffwechsel im Interstitium (Zellzwischenraum) steigt an. Zudem wird die Lymphangiomotorik angeregt, wodurch Ödeme (Wassereinlagerungen), die die Fettzellen nach oben drücken, reduziert werden.
"Kann die Massage Fettzellen 'zertrümmern' oder auflösen?"
Antwort aus der Praxis: Ein klares Nein. Fett wird nicht durch Druck „wegmassiert“. Die Massage hilft aber dabei, dass der Körper Fett in den Zellen besser mobilisieren kann, wenn gleichzeitig ein Kaloriendefizit besteht.
Wissenschaftliche Erklärung: Adipozyten (Fettzellen) sind mechanisch sehr stabil. Eine Lipolyse (Fettabbau) erfolgt nur biochemisch über Hormone (z. B. Adrenalin) und Enzyme. Die Massage verbessert lediglich die Mikrozirkulation um die Zellen herum, was den Abtransport von Stoffwechselabbauprodukten erleichtert.
"Warum ist die Behandlung schmerzhafter als eine Entspannungsmassage?"
Antwort aus der Praxis: Um das tiefe Bindegewebe zu erreichen, nutzen wir Techniken wie die Bindegewebsmassage oder die Roll-Zupf-Massage. Das Lösen von Verklebungen kann unangenehm sein.
Wissenschaftliche Erklärung: Bei Cellulite sind die Faszie und die Septen oft fibrotisch (verhärtet). Um diese Fibrosen zu lockern und die Fibroblasten (Bindegewebszellen) zur Neubildung von Kollagen und Elastin anzuregen, ist ein mechanischer Schwellenwert (Reizintensität) nötig, der die Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) aktiviert.
"Helfen Cremes während der Massage besser?"
Antwort aus der Praxis: Die Creme dient primär als Gleitmittel. Wirkstoffe wie Koffein können den Effekt leicht unterstützen, aber der Hauptakteur ist die mechanische Arbeit des Therapeuten.
Wissenschaftliche Erklärung: Die Hautbarriere (Stratum corneum) ist schwer zu durchdringen. Durch die Massage und die damit verbundene Wärme wird die Haut jedoch aufnahmefähiger (Permeabilität steigt). Wirkstoffe wie Koffein können dann die lokale Mikrozirkulation zusätzlich fördern, erreichen aber kaum die tiefen Fettschichten.
"Wie viele Sitzungen brauche ich, bis man etwas sieht?"
Antwort aus der Praxis: Erste Veränderungen der Hautfestigkeit bemerken Patienten oft nach 5 bis 8 Sitzungen. Für ein stabiles Ergebnis empfehlen wir Kuren von 10 bis 12 Behandlungen.
Wissenschaftliche Erklärung: Die Neubildung von Kollagen (Kollagensynthese) durch mechanische Stimulation (Mechanotransduktion) ist ein biologischer Prozess, der Zeit benötigt. Es dauert etwa 4 bis 6 Wochen, bis Umbauprozesse im Bindegewebe strukturell messbar sind.



