Gönne deinem Geist eine Pause, damit dein Gesicht wieder strahlen kann.
Elizabeth Gilbert – US-amerikanische Schriftstellerin (1969- )
Gua Sha – Rücken & Gesicht – die große Ausleitungsanwendung
Gua Sha (刮痧) – übersetzt etwa „das Schlechte herausschaben“ – ist eine der ältesten Techniken der chinesischen Medizin. Gua bedeutet schaben oder streichen, Sha beschreibt das Muster an der Haut, das entsteht, wenn stagnierende Energie (Qi) und stagnierendes Blut in Bewegung gesetzt werden.
Praktisch funktioniert es so: Mit einem flachen Werkzeug – traditionell aus Horn, heute oft aus Jade oder Rosenquarz – werden mit leichtem Druck Striche über die geölte Haut gezogen. Wo der Fluss frei ist, reagiert die Haut kaum. Wo Qi oder Blut stocken, entstehen rötliche Flecken – das „Sha“. Diese Rötungen sind kein Zeichen von Verletzung, sondern von Bewegung: stagnierende Substanzen werden an die Oberfläche geholt und können von dort ausgeschieden werden.
In der chinesischen Medizin hat Gua Sha traditionell breite Anwendung gefunden: bei Verspannungen, Steifheit, dem Gefühl von Schwere – und als unterstützende Maßnahme, wenn der Körper sich „verstopft“ anfühlt. In den letzten Jahren hat besonders das kosmetische Gua Sha im Gesicht weltweite Bekanntheit erlangt. In dieser Anwendung verbinden wir beides: klassisches Gua Sha am Rücken mit sanftem Meridian-Gua Sha im Gesicht.
Was die Anwendung so besonders macht
Wirkungsweise
- Verbesserung der Mikrozirkulation
- Entstauung des Gewebes (gegen Schwellungen)
- Entspannung der Muskulatur und
- Förderung der Hautelastizität
Ablauf
Phase 1 – Schultern und Rücken (Bauchlage)
Die Anwendung beginnt in Bauchlage. Zunächst wird das Rückengewebe mit sanften Shiatsu-Griffen vorbereitet und die Haut leicht geölt.
Dann beginnt das eigentliche Gua Sha: der Stein wird mit gezieltem, gleichmäßigem Druck entlang der Blasenleitbahn und der Schulterblattregion geführt. Die Striche folgen den Energiebahnen – von oben nach unten, von der Mitte nach außen.
Wo Sha entsteht (rötliche Flecken oder Streifen), wird dieser Bereich besonders beachtet – und dann in Ruhe gelassen. Das Sha löst sich von selbst auf.
Phase 2 – Gesicht (Rückenlage)
Nach dem Wechsel in die Rückenlage folgt das Gesichts-Gua Sha. Hier kommt ein kleinerer, gut in die Hand passender Stein aus Jade oder Rosenquarz zum Einsatz.
Mit sanften, zielgerichteten Strichen werden die Meridiane des Gesichts begleitet: Kieferlinie, Wangen, Augenpartie, Stirn. Im Gesicht entstehen – bei korrekter Ausführung – keine Sha-Markierungen. Der Fokus liegt auf Durchblutung, Lymphfluss und dem Beleben des Gewebes.
Termine & Anwendungsdauer
Bitte bringen Sie bequeme Kleidung mit, die nicht einengt, und verzichten Sie möglichst auf Schmuck oder Uhren. Piercings können bleiben, wenn sie nicht stören.
Planen Sie insgesamt rund 75 Minuten für eine Anwendung (45 Minuten reine Anwendungszeit) ein.
Einen entsprechenden Termin können Sie aktuell bei uns nur dienstags oder nach Absprache erhalten.
Eine Reservierung kann eigenständig über unseren Termin-Kalender vorgenommen werden.
Die entsprechende Anwendung befindet sich in der Kategorie „Anwendungen TCM“.
Einen individuellen Termin erhalten Sie auch gerne nach persönlicher Absprache. Richten Sie Ihre Anfrage hierzu bitte an: joachim@manuelles-coaching.de
Was sollte ich beachten?
Bitte NICHT Gua Sha, wenn:
- Entzündliche Hauterkrankungen, Akne (aktiv/entzündet) oder Rosacea im Behandlungsbereich vorliegen
- Sonnenbrand vorhanden ist
- Offene Stellen, Wunden oder Hämatome im Bereich liegen
- Blutverdünner eingenommen werden (für den Rückenbereich – bitte vorab mitteilen)
Kleidung: Für die Rückenbehandlung wird der Rücken freigelegt. Es empfiehlt sich Kleidung, die man unkompliziert öffnen oder hochschlagen kann. Für den Gesichtsteil sollte der Nacken zugänglich sein.
Make-up: Bitte ohne Gesichts-Make-up kommen oder es vorher entfernen.
Nach der Anwendung:
- Den Rücken für 24–48 Stunden nicht direkter Kälte (Zugluft, Kältepacks) aussetzen
- Ausreichend Wasser trinken
- Die Sha-Markierungen am Rücken verschwinden in der Regel innerhalb von 2–7 Tagen
Häufig gestellte Fragen
Kein Heilversprechen
„Warum wird meine Haut bei der Behandlung so rot?“
Antwort aus der Praxis: Die Rötung (oft „Sha“ genannt) ist ein gewollter Effekt. Sie zeigt an, dass die Durchblutung massiv angeregt wird und gestaute Energie sowie Stoffwechselabfallprodukte an die Oberfläche geholt werden.
Wissenschaftliche Erklärung: Durch das Schaben mit einem Tool (aus Stein, Horn oder Edelstahl) entsteht eine reaktive Hyperämie (verstärkte Durchblutung). Der Druck verursacht kleinste mikrovaskuläre Dehnungen, die den Blutfluss im Kapillarbett um das Vier- bis Fünffache steigern können. Dies kurbelt die Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen massiv an.
„Sind die roten Flecken (Petechien) gefährlich?“
Antwort aus der Praxis: Nein, sie sehen oft schlimmer aus, als sie sind. Diese kleinen Punkte verschwinden meist nach 2 bis 4 Tagen. Sie sind ein Zeichen dafür, dass das Gewebe auf den Heilreiz reagiert und die Regeneration beginnt.
Wissenschaftliche Erklärung: Es handelt sich um therapeutische Ekchymosen (minimale Blutaustritte im Unterhautfettgewebe). Wissenschaftlich gesehen löst dieser Reiz die Ausschüttung des Enzyms Hämoxygenase-1 (HO-1) aus. Dieses Enzym wirkt stark antientzündlich und antioxidativ, was die systemische Immunantwort des Körpers verbessert.
„Hilft Gua Sha wirklich gegen Falten im Gesicht?“
Antwort aus der Praxis: Ja, es wirkt wie ein natürliches Lifting. Durch die sanften Züge wird angestautes Wasser abtransportiert, die Gesichtsmuskulatur entspannt und die Haut wirkt sofort praller und rosiger.
Wissenschaftliche Erklärung: Face-Gua-Sha kombiniert manuelle Lymphdrainage mit der Stimulation von Fibroblasten. Der mechanische Zug sendet Signale an diese Zellen, vermehrt Kollagen und Elastin zu produzieren (Mechanotransduktion). Zudem wird der Lymphstau im Interstitium reduziert, was die Gesichtskonturen (Jawline) schärft.
„Kann Gua Sha bei chronischen Nackenschmerzen helfen?“
Antwort aus der Praxis: Absolut. Viele Physiotherapeuten nutzen es, um hartnäckige Verspannungen und verklebte Faszien zu lösen, die mit reiner Handarbeit schwer zu erreichen sind.
Wissenschaftliche Erklärung: Gua Sha wirkt auf die Faszienadhäsionen (Verklebungen). Durch den Schabereiz wird die Viskosität der Grundsubstanz im Bindegewebe verändert (von fest zu flüssig/Sol-Zustand). Dies verbessert die Gleitfähigkeit der Gewebeschichten zueinander und senkt den Druck auf die Nozizeptoren (Schmerznerven), was zu einer sofortigen Schmerzlinderung führt.
„Ist die Anwendung schmerzhaft?“
Antwort aus der Praxis: Am Körper kann der Druck intensiv sein, sollte aber nie unerträglich werden. Im Gesicht ist die Anwendung sehr sanft und entspannend. Wir passen die Intensität immer Ihrem Gewebezustand an.
Wissenschaftliche Erklärung: Der Reiz aktiviert die Gate-Control-Theorie: Die schnellen Berührungsreize der Schabe-Bewegung überlagern im Rückenmark die langsameren Schmerzsignale. Zudem werden durch den großflächigen Druck körpereigene Endorphine ausgeschüttet, die das Schmerzempfinden dämpfen.
„Warum soll nach der Anwendung viel getrunken werden?“
Antwort aus der Praxis: Gua Sha setzt Stoffwechselprozesse in Gang. Wasser hilft Ihrem Körper, die mobilisierten „Schlacken“ und Abfallstoffe über die Nieren effizient auszuspülen.
Wissenschaftliche Erklärung: Durch die Steigerung der Durchblutung und den Lymphfluss werden Stoffwechselmetaboliten (wie Laktat oder Entzündungsmediatoren) aus dem Gewebe in den Blutkreislauf geschwemmt. Eine ausreichende Hydratation ist notwendig, um die Gschwindigkeitsrate der Nierenfiltration aufrechtzuerhalten und die Viskosität des Blutes optimal einzustellen.
„Die roten Streifen – sind die normal? Und tun sie weh?"
Ja, vollkommen normal. Die rötlichen Markierungen am Rücken entstehen, weil stagnierende Substanzen an die Oberfläche geholt werden. Sie sind in der Regel nicht druckschmerzhaft und bilden sich innerhalb weniger Tage zurück. Im Gesicht entstehen keine solchen Markierungen.
„Ist das schmerzhaft?"
Das Gua Sha sollte kein stechender Schmerz sein. Ein gewisser Druck ist normal und auch erwünscht – ähnlich wie beim Tiefendruckmassage-Gefühl. Die Intensität lässt sich anpassen.
„Was fühle ich danach?"
Viele berichten von einem Gefühl von Leichtigkeit und Wärme im Rücken, einem entspannten Gesicht und manchmal leichter Müdigkeit. Das ist ein gutes Zeichen: der Körper hat Arbeit geleistet.
„Kann ich danach floaten?"
Grundsätzlich ja – aber bitte informiere das Float-Team. Bei frischem Sha am Rücken kann das Salzwasser kurzfristig prickeln. Viele empfinden die Kombination trotzdem als sehr wirkungsvoll: Gua Sha löst, das Float integriert.
„Wie oft ist Gua Sha sinnvoll?"
Als Wellness-Anwendung ohne medizinischen Anspruch: ganz nach eigenem Empfinden. Viele genießen es monatlich oder saisonal – besonders im Übergang zwischen den Jahreszeiten, wenn sich das Qi neu ausrichtet.



