Behalte deine Vitalität. Ein Leben ohne Gesundheit ist wie ein Fluss ohne Wasser.

Maxime Lagacé – kanadischer Eishockeytorwart (1993-)

Ursprung

In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts arbeitete der dänische Biologe Dr. Emil Vodder (1896-1986) im französischen Cannes an der Côte d’Azur als Physiotherapeut. Viele seiner Patienten litten an Kopfschmerzen, chronischen Erkältungen bzw. Nasennebenhöhlenentzündungen, Infektanfälligkeit und unreine Haut. Ein gemeinsames Merkmal jener waren tastbar geschwollene Lymphknoten im Halsbereich.

Während die klassische Medizin den direkten Kontakt mit den Lymphknoten vermied, begann Vodder seine Studien über die grundlegende Frage, ob Stauungen die Ursache hierfür und das grundlegende Problem der Symptome sind und man diese durch Massagetechniken auflösen könne. 

Seine Methode von sanften und kreisenden Bewegungen erzielte häufig eine Anregung des Lymphflusses sowie deutliche Besserung der Krankheitsmerkmale bei den Patienten. 

1936 stellte Vodder seine Erkenntnisse (mit den vier Grundgriffen “Stehenden Kreis”, „Pumpgriff”, “Schöpfgriff” und “Drehgriff”) der Öffentlichkeit in Paris vor und nannte seine Anwendungsmethode “Manuelle Lymphdrainage nach Dr. Vodder”.

Die heutige Form der Therapie begründet sich auf den großen und nachhaltigen Erfolg Vodders.

Formen

Die Lymphdrainage bedient sich der vier Grundgriffen von Vodder. In diesem Zusammenhang werden auch der „ringförmige Ödemgriff“, der „große Lockerungsgriff“ und der „großen Verschiebegriff“ zur Anwendung gebracht.

Um so verhärteter das Lymphödem ist, um so mehr Druck und Kraft muss der Massierende aufbringen, so dass in manchen Fällen auch Hilfsmittel wie z.B. Rollen oder Schaber herangezogen werden.

Ergänzend kann die Pressotherapie bzw. apparative Kompressionstherapie durchgeführt werden. Hierbei wird über das entsprechende Körperglied in eine Art Druckmanschette gezogen und fixiert. Die integrierten Kammern werden abwechselnd mit Luft aufgepumpt, so dass Druck-Gleitwellen, welche das mechanische Pumpen der Lymphe übernehmen, entstehen.

Bei einer ausgeprägten Stauung können aber auch Kompressionsverbände und nach Maß angefertigte Kompressionsstrümpfe unterstützend angelegt werden. 

Hände einer Masseurin legt massierend Hände an Oberschenkel einer Kundin an

Wirkungsweise

Blutkreislauf und Lymphgefäßsystem sind die wichtigsten Transportkanäle im gesamten menschlichen Körper. Die Lymphflüssigkeit oder Lymphe ist eine wässrige, leicht gelbliche Körperflüssigkeit und enthält die weiße Blutkörperchen. Über das Blut werden Nährstoffe und Flüssigkeit in die Körperzellen gebracht. Der Hauptteil dieser Versorgung wird wieder ins Blut zurückgeführt und ein kleiner Anteil lagert sich zwischen den Zellen ab. Diese Lymphflüssigkeit wird dann wieder über die Lymphbahnen in das Blut zurückgeführt. Im gleichen Zuge wird der Körper konstant entgiftet und von Abfallprodukten befreit, wodurch das Immunsystem gestärkt wird.

Durch äußere Einflüsse und andere Umstände kann es vorkommen, dass der Fluss beeinträchtigt oder gar ganz gestört wird. Die Flüssigkeit staut sich an der oder den entsprechenden Stelle(n) auf und eine reibungslose Zirkulation wird verhindert. 

Durch die manuelle Anwendung von Grifftechniken sollen jene Blockaden gelöst werden, um den Kreislauf wieder herzustellen und aufrecht zu erhalten.

Schema des menschlichen Lympfdrainagensystem

Ablauf

Die Lymphdrainage wird in der Regel ohne Verwendung von Öl durchgeführt. Sind die betroffenen Körperstellen jedoch sehr behaart, trocken bzw. rau oder haben eine nicht verschiebbare Haut, kann Öl in kleinsten Mengen förderlich sein.

Der zeitliche Ansatz für die Region(en) richtet sich nach der Intensität oder Schwere.

Im direkten Nachgang an die Massage haben Sie noch etwas Zeit, um nach zu ruhen.

Termine & Anwendungsdauer

Eine Anwendung im Rahmen der kosmetischen Lymphdrainage-Massage kann als Einzelanwendung und auch mit Folgetermin(en) wahrgenommen werden.

Eine Erholungsdauer nach einer Anwendung bedarf es nicht.

Für einen Termin sollten Sie einplanen: 75 Minuten (bei 45 Min. Anwendung) oder 90 Minuten (bei 60 Min. Anwendung)

Eine entsprechende Reservierung kann eigenständig über unseren Termin-Kalender vorgenommen werden.

(Dienstleistung wählen: Medical Wellness —> Lymphdrainage)

Häufig gestellte Fragen

Kein Heilversprechen
Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die auf dieser Webseite vorgestellten Methoden, Therapien und Anwendungen kein Heilversprechen darstellen. Es kann weder eine Linderung noch eine Besserung eines Krankheitszustandes abgeleitet, garantiert oder zugesichert werden.
Die Inhalte dienen ausschließlich der Information und ersetzen in keinem Fall die Untersuchung, Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt, Psychotherapeuten oder Heilpraktiker. Bestehende medizinische Behandlungen sollten nicht ohne Rücksprache mit dem behandelnden Mediziner abgebrochen oder verändert werden. Die Nutzung der bereitgestellten Informationen erfolgt auf eigene Verantwortung des Nutzers.

"Gibt es Ausschlussgründe bzw. Kontraindikationen?"

Die manuelle Lymphdrainage (MLD) ist eine sehr sanfte Therapieform. Dennoch kann sie bei bestimmten Erkrankungen ernsthafte Risiken bis hin zu lebensgefährlichen Komplikationen verursachen.

Man unterscheidet dabei zwischen:

  • absoluten Kontraindikationen → Behandlung strikt verboten
  • relativen Kontraindikationen → nur nach ärztlicher Abklärung bzw. eingeschränkt durchführen

🚫 Absolute Kontraindikationen

👉 In diesen Fällen darf keine Lymphdrainage durchgeführt werden:

  • Akute Infektionen (bakteriell oder viral)
    z. B. Fieber oder Wundrose (Erysipel).
    → Gefahr der Verteilung von Erregern über das Lymphsystem
  • Akute Thrombose
    → Risiko einer lebensgefährlichen Lungenembolie durch Ablösung des Thrombus
  • Schwere Herzinsuffizienz
    → Gefahr eines Lungenödems durch Überlastung des Herzens
  • Akute Entzündungen der Lymphgefäße (Lymphangitis)
    → Ausbreitung der Entzündung möglich
  • Akute Hautentzündungen (z. B. Kontaktekzem)
    → Verschlechterung des lokalen Zustands

⚠️ Relative Kontraindikationen (Vorsicht / ärztliche Abklärung)

👉 Hier muss individuell entschieden werden:

  • Krebserkrankungen (maligne Tumoren)
    → theoretisches Risiko der Zellverschleppung
    → in der Nachsorge (z. B. bei Lymphödemen) jedoch häufig gezielt eingesetzt
  • Chronische Entzündungen
    → z. B. Rheuma oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (bei Bauchbehandlung)
  • Schilddrüsenüberfunktion oder Herzrhythmusstörungen
    → keine Behandlung im Halsbereich (Sinus caroticus!)
  • Schwangerschaft
    → keine tiefe Bauchdrainage
    → Behandlung der Beine oft sinnvoll bei Ödemen
  • Asthma bronchiale
    → Vorsicht bei Behandlung im Brustbereich (Anfallsauslösung möglich)

❗ Wichtige Hinweise

  • Lymphdrainage beeinflusst den Flüssigkeitshaushalt und das Herz-Kreislauf-System – daher sind Gegenanzeigen ernst zu nehmen.
  • Bei unklaren Schwellungen sollte immer zuerst die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
  • In vielen Fällen (z. B. nach Operationen oder bei Lymphödemen) ist MLD sehr sinnvoll, aber nur unter medizinischer Anleitung.

🧠 Kurzfazit

MLD ist sicher – aber nur bei den richtigen Voraussetzungen.
Die größten Risiken bestehen bei Infektionen, Thrombosen und schwerer Herzschwäche.

"Was ist der Unterschied zwischen kosmetischer und medizinischer Lymphdrainage?"

Antwort aus der Praxis: Die kosmetische Lymphdrainage dient der Wellness und Ästhetik bei gesundem Gewebe (z. B. bei müder Haut oder leichten Schwellungen nach langem Stehen). Die medizinische Variante (MLD) ist eine Therapie für krankhafte Lymphstauungen (Lymphödeme) nach Operationen oder Krebsbehandlungen.

Wissenschaftliche Erklärung: Die Physiologie ist identisch: Sanfter Druck stimuliert die Lymphangiomotorik (Pulsation der Lymphgefäße). Während die MLD jedoch pathologische Flüssigkeitsansammlungen über Umgehungskreisläufe ableitet, optimiert die kosmetische Anwendung lediglich den physiologischen Rückfluss in einem intakten System, um die interstitielle Last (Flüssigkeit zwischen den Zellen) zu senken.

"Hilft die Lymphdrainage gegen Schwellungen im Gesicht (Puffy Eyes)?"

Antwort aus der Praxis: Ja, sehr effektiv. Da die Gesichtshaut sehr dünn ist, bewirkt der gezielte Abtransport von Flüssigkeit eine sofortige Konturierung und lässt das Gesicht frischer und wacher wirken.

Wissenschaftliche Erklärung: Das Lymphsystem im Gesicht ist engmaschig. Durch spezifische Grifftechniken (z. B. stehende Kreise) wird der hydrostatische Druck im Gewebe lokal verändert. Dies begünstigt die Reabsorption von Gewebewasser in die Initialgefäße der Lymphbahnen, wodurch das Ödem im lockeren Bindegewebe der Augenpartie abklingt.

"Kann ich durch Lymphdrainage abnehmen?"

Antwort aus der Praxis: Nein, Sie verlieren kein Fett. Sie verlieren jedoch an Umfang, da gestautes Wasser aus dem Gewebe geleitet wird. Das macht die Silhouette straffer, reduziert aber nicht das Körperfett.

Wissenschaftliche Erklärung: Die Lymphdrainage hat keinen Einfluss auf die Lipolyse (Fettverbrennung). Der messbare Umfangverlust basiert rein auf der Reduktion des extrazellulären Volumens. Das Gewicht sinkt minimal durch die spätere Ausscheidung der Flüssigkeit über die Nieren.

"Warum muss ich nach der Behandlung so dringend auf die Toilette?"

Antwort aus der Praxis: Das ist ein sehr gutes Zeichen! Es zeigt, dass die Massage gewirkt hat und Ihr Körper die überschüssige Flüssigkeit nun über die Nieren ausscheidet.

Wissenschaftliche Erklärung: Durch die Drainage wird die Lymphflüssigkeit zurück in den Venenwinkel und somit in den Blutkreislauf geleitet. Dies erhöht das Blutvolumen, was wiederum die Vorhofdehnung am Herzen stimuliert. Als Reaktion schüttet der Körper das Hormon ANP (Atriales natriuretisches Peptid) aus, welches die Diurese (Harnausscheidung) in den Nieren massiv anregt.

"Warum ist der Druck bei dieser Massage so extrem sanft?"

Antwort aus der Praxis: Viele Kunden erwarten eine kräftige Massage, aber die Lymphgefäße liegen direkt unter der Haut. Zu viel Druck würde die feinen Gefäße zusammenpressen und den Fluss stoppen, statt ihn anzuregen.

Wissenschaftliche Erklärung: Die Initialgefäße (Lymphkapillaren) sind über Ankerfilamente im Bindegewebe befestigt. Ein zu starker Druck würde die Gefäße kollabieren lassen. Nur ein sanfter, dehnender Reiz zieht an diesen Filamenten, öffnet die Klappen der Gefäße und ermöglicht den Einstrom der Lymphlast (Verschiebephase).

"Hilft die kosmetische Lymphdrainage auch bei unreiner Haut oder Akne?"

Antwort aus der Praxis: Ja, sie wird oft begleitend eingesetzt. Durch den verbesserten Abfluss werden „Schlacken“ schneller abtransportiert, was das Hautmilieu verbessert und Entzündungen schneller abklingen lässt.

Wissenschaftliche Erklärung: Das Lymphsystem ist Teil des Immunsystems. Durch die Beschleunigung des Lymphflusses werden Entzündungsmediatoren, Zelltrümmer und Bakterien schneller zu den Lymphknoten transportiert, wo sie von Makrophagen und Lymphozyten unschädlich gemacht werden. Dies verbessert die lokale Immunantwort der Haut.

"Hilft die Lymphdrainage wirklich beim 'Entgiften'?"

Antwort aus der Praxis: Ja, man kann es so nennen. Die Massage beschleunigt den Abtransport von Stoffwechselabfallprodukten und überschüssigem Wasser, was das Gewebe „sauberer“ und vitaler macht.

Wissenschaftliche Erklärung: Das Lymphsystem ist der „Müllabfuhr-Weg“ für die lymphpflichtige Last. Dazu gehören Eiweißmoleküle, Fettsäuren und Zelltrümmer, die zu groß für die venösen Blutkapillaren sind. Die Massage steigert die Lymphangiomotorik (Pulsationsrate der Lymphgefäße) von ca. 10 auf bis zu 60 Kontraktionen pro Minute, was die Drainageleistung massiv erhöht.

"Wieso sieht mein Gesicht nach der Lymphdrainage sofort schmaler aus?"

Antwort aus der Praxis: Das Gesicht neigt besonders morgens oder bei Stress zu Wassereinlagerungen. Die Massage leitet dieses „Stauwasser“ ab, wodurch die natürlichen Konturen (Wangenknochen, Kieferpartie) wieder sichtbar werden.

Wissenschaftliche Erklärung: Im Gesicht liegt das Bindegewebe oft sehr locker vor, was die Bildung von interstitiellen Ödemen begünstigt. Durch die mechanische Verschiebung der Flüssigkeit wird der hydrostatische Druck im Gewebe gesenkt, was zu einer sofortigen Volumenreduktion im extrazellulären Raum führt.

"Hilft die kosmetische Lymphdrainage auch gegen dunkle Augenringe?"

Antwort aus der Praxis: Wenn die Augenringe durch Stauungen und schlechte Durchblutung entstehen, ja. Sie wirkt aufhellend und abschwellend. Bei genetisch bedingten Pigmenten hilft sie jedoch kaum.

Wissenschaftliche Erklärung: Dunkle Schatten entstehen oft durch einen Rückstau von sauerstoffarmem (venösem) Blut und Lymphflüssigkeit. Die Lymphdrainage entlastet das Gewebe, wodurch die Mikrozirkulation verbessert wird und das Blut schneller abfließen kann. Das sauerstoffreiche Blut lässt die Haut frischer erscheinen.

Entgegengesetzte Richtungsschilder